Pharmaproofreading … mehr als ein Lektorat?!

Wie in allen Bereichen, die mit der Veröffentlichung von Texten zu tun haben, ist auch in der pharmazeutischen Industrie eine Textprüfung und Freigabe erforderlich. Schließlich gibt es neben dem Beipackzettel oder dem Umkarton für Arzneimittel mehr als genug Texte, die sicherheitsrelevante Informationen enthalten.

Dazu zählen nicht nur die Angaben zur qualitativen oder quantitativen Zusammensetzung des Präparates, sondern auch wichtige Informationen zu klinischen Angaben und pharmakologischen Eigenschaften etc. Wenn es hierbei zu Fehldrucken kommt, kann es gravierende Folgen für das pharmazeutische Unternehmen haben. Dazu zählen neben kostspieligen Rückrufen oder Rote-Hand-Briefen auch rechtliche Konsequenzen, wie z. B. Klagen oder Abmahnungen. Noch wichtiger allerdings ist das Risiko für den Patienten. Fehldrucke in den Dosierungsangaben oder nicht vorhandene Warnhinweise über Allergie-auslösende Inhaltsstoffe können im schlimmsten Fall das Leben der Patienten gefährden. Daher muss jeder Text vor dem Druck oder der Veröffentlichung sorgfältig geprüft werden, sowohl auf Übereinstimmung mit dem von der Behörde genehmigten und somit inhaltlich geprüften Text, als auch auf ggf. vorhandene Tipp- und Umsetzungsfehler, wie z. B. der fehlerhaften Darstellung von Tabellen und Graphiken sowie ein sinnwidriger Lesefluss durch Seiten- und Spaltenumbrüche. Dass es überhaupt zu Umsetzungsfehlern nach der inhaltlichen Prüfung kommen kann, liegt mitunter daran, dass der behördlich geforderte Fließtext als .rtf/.docx vorliegt und die druckfertige Version durch technische und Design-Vorgaben in ein anderes Format übertragen werden muss.

Für eine qualitativ hochwertige Textüberprüfung empfiehlt es sich, das Proofreading in zwei Schritten durchzuführen. Im ersten Schritt sollte sichergestellt werden, dass alle Informationen aus dem genehmigten Fließtext in die Druckvorlage übernommen wurden. Der Einsatz eines Textvergleichsprogrammes ist dabei für eine GMP-konforme Textüberprüfung unabdingbar. Im zweiten Schritt sollte eine visuelle Überprüfung der technischen und Design-Vorgaben auf Umsetzungsfehler sowie auf bereits vorhandene Tipp- und Grammatikfehler erfolgen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Proofreading in der pharmazeutischen Industrie in keinster Weise dem ähnelt, was allgemein als „Lektorat“ bekannt ist. Es beschäftigt sich nicht (nur) mit der Ästhetik eines Textes, sondern ist eine sicherheitsrelevante Tätigkeit, die einer Prüfung durch die Behörden jederzeit standhalten muss.